Helmichsteine - Ein Zeugnis aus der Steinzeit

Helmichsteine - ein Monument der Megalithkultur Bereits vor 5500 Jahren in der Zeit der Megalithkultur entstand auch in Rulle ein von Menschenhand beeindruckend erschaffendes Monument der Zeitgeschichte. Die Helmichsteine sind ein noch erhaltener Rest eines Großsteingrabes aus Findlingen, welche ein einzigartiges Zeugnis der ehemaligen Vereisung unserer Landschaft sind.

Wer hat das Großsteingrab in Rulle erbaut und warum?

Von dem Großsteingrab sind noch deutlich zwei Steinreihen erkennbar. Hecken und Stahlplatten verdeutlichen die ursprüngliche Gesamtgröße der Helmichsteine.
Volkstümlich werden die Großsteingräber auch als Hünengräber bezeichnet. Da man früher keine rationale Erklärung für den Bau solcher monströsen Bauwerke wusste, wurden Geschichten von Riesen mit übernatürlichen Kräften erfunden. Diese Riesen sollen die Gräber aus den tonnenschweren Findlingen erbaut haben.

Heute gehen Forscher davon aus, dass die Steingräber in mühevoller Arbeit mit einfachsten Werkzeugen wie hölzerne Rollen, Hebebäumen und mit Zugtieren erbaut wurden. Mit Zugtieren und viel Muskelkraft sollen die tonnenschweren Findlinge zum Bauplatz geschafft worden. Rechnungen ergeben, dass ein Bau eines Großsteingrabes bis zu 100.000 Stunden gedauert haben kann.

Der Bau dieser Großsteingräber wird der Megalithkultur zugerechnet. Das Wort Megalith ist griechisch und wird aus den Einzelwörtern "mega" für groß und "lthos" für Stein zusammengesetzt. Während dieser jungsteinzeitlichen Revolution wurden die Menschen erstmalig ansässig. Die Anfänge von Landwirtschaft und Viehzucht nahmen in der Zeit 3.500 und 2.800 v. Chr. seinen Lauf. Kleine Dörfer mit Anführern entstanden, welche in Großsteingräbern ihre letzte Ruhe fanden.

Der Sage nach soll Geva, die Frau von Herzog Widukind, unter den Steinen begraben worden sein. Deshalb werden die Helmichsteine auch als Gevasteine bezeichnet.

Wie kamen die riesigen Findlinge zum Bau nach Rulle?

Findlinge bestehen aus Granit und anderen Gesteinsarten. Vor einer Milliarde Jahre sind die Findlinge in Skandinavien aus Gesteinsschmelzen entstanden.

Während der Eiszeit wurden die Gebirge in Schweden und Finnland von Gletschern erfasst und riesige Gesteinsteile heraus gebrochen. Diese wurden mit der Ausbreitung der Gletscher über 1000 km weit auch in unsere Osnabrücker Region transportiert. Die Eisdecke bei Osnabrück war fast 400 Meter dick. Als das Eis dann abschmolz, blieben die riesigen Gesteinsbrocken (Findlinge) zurück.

Über die Bauweise der Helmichsteine

Anhand der Überreste der Steingräber weiß man heute, dass sich eine relativ einheitliche Bauweise in der Megalithkultur durchgesetzt. Die Grabkammer ist ebenerdig aufgebaut, wobei die Wände aus einzelnen nebeneinander aufgestellten Findlingen bestanden. Zwei gegenüberliegende Wandfindlinge wurden jeweils von einem Deckenfindling bedeckt. Diese Steinkombination wird als Joch bezeichnet. In der südlichen Längsseite wurde in der Mitte ein Eingang erbaut, der ebenfalls von kleinen Jochen eingefasst war. Die gesamte Grabkammer wurde mit Erde bedeckt, so dass ein Erdhügel entstand.

Zerstörung der Großsteingräber

Im Laufe der letzten 200 Jahre wurden die Großsteingräber stark zerstört. Die jetzige Gestaltung soll die Gesamtgröße des Grabes verdeutlichen. In Norddeutschland sind nur noch wenige Überreste von insgesamt 41 Großsteingräbern übrig. Diese Bauten sind wohl die imposantesten Überreste der Jungsteinzeit.

Helmichsteine live erleben!

Heute sind die Überreste des ehemals überwältigenden Großsteingrab ein wichtiges Kulturdenkmal im Osnabrücker Land.
Interessant aufbereitete Informationen über die Entstehung und Geschichte der Helmichsteine bieten Informationstafeln in unmittelbarer Nähe zum Großsteingrab.

Die Helmichsteine sind bequem von der Straße "Im Esch" in Rulle erreichbar.
Viel Spaß beim Erforschen der Megalithkultur!

Weitere Informationen:

Ausführliche Infos zu Hünengräber bietet www.huenengraeber.de oder Stonepages.de.

Auf stonespages.de finden Sie auch interessante Informationen zu den Osnabrücker Karlsteinen, die ein weiteres historische Zeitdenkmal sind und sich in der Nähe zu Osnabrück befinden.